Vorbereitende Untersuchungen Späthsfelde: Mobilitäts- und Verkehrskonzept für ein neues Berliner Stadtquartier

 Auftraggeber: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen Berlin 

 Laufzeit: 2024–2027 

Das Dreieck Späthsfelde zählt mit rund 100 Hektar zu den großen Flächenpotenzialen der Berliner Stadtentwicklung. Im Rahmen vorbereitender Untersuchungen nach § 165 Abs. 4 BauGB wird geprüft, ob und unter welchen Voraussetzungen hier ein neues Stadtquartier mit mindestens 2.000 Wohnungen, Gewerbe, sozialer Infrastruktur sowie hochwertigen Grün- und Freiräumen entstehen kann. Eine besondere Herausforderung bildet die heutige Insellage zwischen A 113, Teltowkanal und Britzer Verbindungskanal sowie die bislang eingeschränkte Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Die vorbereitenden Untersuchungen werden von einer interdisziplinären Arbeitsgemeinschaft aus complan Kommunalberatung, STATTBAU, gruppe F und STRATMO durchgeführt. STRATMO verantwortet darin insbesondere die fachliche Bearbeitung von Mobilität und Verkehr. Dafür werden bestehende Verkehrsangebote und -belastungen, Fuß- und Radverkehr, öffentlicher Verkehr, ruhender Verkehr, Sharing-Angebote und Wirtschaftsverkehr gemeinsam mit den räumlichen Rahmenbedingungen untersucht. Die Ergebnisse fließen unmittelbar in die städtebauliche Qualifizierung und das Struktur- und Nutzungskonzept ein.

Aus der Analyse wird schrittweise ein integriertes Mobilitätsleitbild für das neue Quartier entwickelt. Ziel ist ein Umweltverbundquartier, in dem Mobilität weitgehend unabhängig vom eigenen Pkw möglich ist. Vorgesehen sind eine perspektivische Straßenbahnanbindung mit einem leistungsfähigen Bus-Vorlaufbetrieb, eine gute Einbindung in das Berliner Radverkehrsnetz, sichere und barrierefreie Fußwege sowie eine verkehrsberuhigte innere Erschließung. Reguläres Straßenparken soll weitgehend vermieden und der ruhende Verkehr stattdessen in randseitigen Quartiersgaragen bzw. Mobility-Hubs gebündelt werden. Gleichzeitig muss der Wirtschaftsverkehr der bestehenden und zukünftigen Gewerbenutzungen zuverlässig abgewickelt werden können.

Die Mobilitätsplanung wird eng mit dem städtebaulichen Entwicklungsprozess und der Beteiligung vor Ort verbunden. In öffentlichen Veranstaltungen werden Analyseergebnisse und Entwürfe diskutiert und für die weitere Planung qualifiziert. Damit entstehen die verkehrlichen Zielsetzungen nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel von Stadtstruktur, zukünftigen Nutzungen, lokalen Mobilitätsbedürfnissen und den Anforderungen des Berliner Mobilitätsgesetzes. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Ausarbeitung des Verkehrs- und Mobilitätskonzepts in der anschließenden Rahmenplanung.

Projekteinblicke

Unsere Leistungen:

  • Verkehrsanalyse: Integrierte Untersuchung der heutigen Mobilitäts- und Verkehrssituation mit Kfz-Verkehr, ÖPNV, Fuß- und Radverkehr, ruhendem Verkehr, Mobilitätsangeboten und Wirtschaftsverkehr. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Barrierewirkungen von Autobahn und Kanälen, den bestehenden Verkehrsbelastungen auf der Späthstraße sowie den Anforderungen einer zukünftigen Gebietsentwicklung.
  • Verkehrszählung: Durchführung und Auswertung von Verkehrszählungen an ausgewählten Knotenpunkten und Querschnitten im Untersuchungsgebiet und seinem Umfeld. Die erhobenen Verkehrsmengen und Schwerverkehrsanteile werden räumlich ausgewertet und in Verkehrsmengenkarten als Grundlage für die weitere Erschließungs- und Konzeptplanung aufbereitet.
  • Erreichbarkeitsanalyse: Untersuchung der räumlichen Anbindung des Quartiers und seines Umfelds an öffentliche Verkehrsmittel, Radverkehrsverbindungen sowie wichtige Versorgungs- und Alltagsziele. Dabei werden die bestehenden räumlichen Barrieren und die Erreichbarkeit angrenzender Stadtbereiche in die Bewertung einbezogen.
  • GIS-Analyse: Räumliche Analyse und kartografische Aufbereitung von Verkehrsnetzen, Verkehrsmengen, ÖPNV-Erschließung, Radverkehrsinfrastruktur, Parken, Sharing-Angeboten und Wirtschaftsverkehr. Die Ergebnisse werden mit städtebaulichen, freiraumplanerischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen zusammengeführt (gemeinsam mit complan).
  • Mobilitätsleitbild: Entwicklung und verwaltungsinterne Abstimmung der verkehrlichen Zielsetzungen für ein weitgehend autounabhängiges Umweltverbundquartier. Das Leitbild verbindet ÖPNV-Erschließung, aktive Mobilität, Verkehrsberuhigung, Parkraummanagement und stadtverträglichen Wirtschaftsverkehr mit den Anforderungen von StEP MoVe und Berliner Mobilitätsgesetz.
  • Szenarienentwicklung: Entwicklung und Bewertung unterschiedlicher Ansätze für die innere und äußere Erschließung des neuen Stadtquartiers. Die Varianten verknüpfen Fuß-, Rad-, öffentlichen und motorisierten Verkehr mit den jeweiligen städtebaulichen Strukturen und werden anhand planerischer, rechtlicher und mobilitätsbezogener Anforderungen geprüft.
  • Planerisches Qualifizierungsverfahren: Verkehrliche Fachbegleitung des zweistufigen Qualifizierungsverfahrens vom Struktur- und Nutzungskonzept bis zum Rahmenplan. STRATMO bewertet die Entwürfe der Planungsteams aus Mobilitätsperspektive, bringt verkehrliche Anforderungen und Zielsetzungen in die Auswahl und Überarbeitung ein und begleitet die schrittweise Konkretisierung des bevorzugten städtebaulichen Konzepts (gemeinsam mit STATTBAU).
  • Mobilitätskonzept: Entwicklung eines integrierten Verkehrs- und Mobilitätskonzepts als Bestandteil der städtebaulichen Gesamtplanung. Betrachtet werden unter anderem Straßenbahn und Bus-Vorlaufbetrieb, Radverkehrsanbindungen, verkehrsberuhigte Wohnbereiche, Erschließung des Gewerbes, Quartiersgaragen, Mobilitätsangebote und die Vermeidung zusätzlicher Kfz-Verkehre.

Projektergebnisse






Projektwebsite


Unser Projektteam

Alexander Rammert
 Projektleitung 
Chiara Stix
 Projektleitung 
Sven Hausigke
 Projektmitarbeit 
Gordon Retzlaw
 Projektmitarbeit 


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