DigiMoPlan: Digitale Tools für die kommunale Mobilitätsplanung in ländlichen Räumen

 Auftraggeber: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung 

 Laufzeit: 2026 

Digitale Anwendungen können kommunale Mobilitätsplanung bei Datenerhebung, Analyse, Beteiligung, Planung und Monitoring unterstützen. Gleichzeitig ist die verfügbare Tool-Landschaft zunehmend unübersichtlich: Anwendungen unterscheiden sich stark hinsichtlich Funktionsumfang, Kosten, notwendigem Fachwissen, technischer Integration und organisatorischen Voraussetzungen. Gerade kleinere Städte, Gemeinden und Landkreise benötigen deshalb Orientierung, welche Lösungen tatsächlich zu ihren Aufgaben und vorhandenen Ressourcen passen. Das Forschungsprojekt DigiMoPlan untersucht im Auftrag des BBSR, wie digitale Tools insbesondere in ländlichen Räumen sinnvoll ausgewählt, eingesetzt und dauerhaft in kommunalen Verwaltungsprozessen verankert werden können.

STRATMO bearbeitet das Projekt gemeinsam mit Katharina Schlüter von der STADTSCHMIEDE. Wissenschaftliche Recherche und empirische Untersuchung werden dabei eng miteinander verbunden: Digitale Anwendungen werden systematisch erfasst und nach ihrem Einsatz im Planungsprozess sowie nach technischen und organisatorischen Kriterien eingeordnet. Eine erste Arbeitsversion des Toolregisters umfasst bereits 50 Anwendungen und berücksichtigt unter anderem Kosten, Lizenz- und Betriebsmodelle, Schulungsaufwand sowie die Eignung für ländliche Räume.

Parallel werden kommunale Praxiserfahrungen untersucht. In 20 leitfadengestützten Interviews mit Städten, Gemeinden und Landkreisen wird analysiert, warum digitale Werkzeuge eingeführt, weitergenutzt, angepasst oder wieder aufgegeben werden. Die Auswahl der Kommunen berücksichtigt unterschiedliche Größen, Regionen und Digitalisierungsstände. Ergänzend vertieft STRATMO die Ergebnisse in Learning-History-Workshops, in denen kommunale Akteure gemeinsam Erfolgsbedingungen, Wendepunkte und Hemmnisse bei Einführung und Verstetigung digitaler Anwendungen rekonstruieren. Die STADTSCHMIEDE verantwortet insbesondere die kommunalen Interviews und bringt ihre Expertise zu Digitalisierung, Datenstrategien und Verwaltungsmodernisierung ein.

Aus Recherche und Empirie entsteht eine praxisorientierte Orientierungshilfe für Kommunen. Die untersuchten Anwendungen werden in vergleichbaren Tool-Steckbriefen aufbereitet und nach Funktionsbereichen wie Daten, Beteiligung, Planung, Monitoring und Schnittstellen strukturiert. Kriterien wie Interoperabilität, Datenschutz, Schulungsbedarf, Kosten und kommunale Anschlussfähigkeit helfen dabei, nicht nur die technischen Möglichkeiten eines Tools, sondern auch seine tatsächliche Einsetzbarkeit in der Verwaltung einzuschätzen. Die Ergebnisse werden für das BBSR aufbereitet, in Mobilikon integriert und so dokumentiert, dass die Wissensbasis auch nach Projektende aktualisiert und erweitert werden kann.

Projekteinblicke

Unsere Leistungen:

  • Wissenschaftliche Recherche: Systematische Identifikation und Untersuchung digitaler Anwendungen für kommunale Verkehrs- und Mobilitätsplanung. Die recherchierten Tools werden nach Einsatzbereich, Kosten, Lizenz- und Betriebsmodell, Schulungsaufwand, Interoperabilität und Eignung für ländliche Räume vergleichbar erfasst.
  • Leitfadengestützte Interviews: Entwicklung des Interviewleitfadens und Durchführung von 20 Interviews mit Städten, Gemeinden und Landkreisen zu Nutzung, Einführung, Wirkung und Verstetigung digitaler Tools (gemeinsam mit STADTSCHMIEDE; Interviewdurchführung federführend STADTSCHMIEDE).
  • Qualitative Inhaltsanalyse: Strukturierte Auswertung der kommunalen Erfahrungen anhand einer Themenmatrix. Untersucht werden unter anderem Einführungsgründe, Nutzungshürden, personelle und fachliche Voraussetzungen, Schnittstellenprobleme sowie Bedingungen für eine langfristige Nutzung digitaler Anwendungen.
  • Stakeholderworkshop: Konzeption und Moderation von Learning-History-Workshops mit Kommunen zur Rekonstruktion von Einführung, Nutzung und Verstetigung digitaler Tools. Kritische Ereignisse und Gelingensbedingungen werden gemeinsam reflektiert und für die weitere Bewertung systematisiert.
  • Tool-Bewertung: Entwicklung eines einheitlichen Bewertungssystems, das digitale Anwendungen nach ihren Funktionen sowie nach Aufwand und Anforderungen für Kommunen einordnet. Neben technischen Eigenschaften werden bewusst auch organisatorische Kriterien wie Datenschutz, Schulungsbedarf, Betriebsmodelle und „Rural-Fit“ berücksichtigt.
  • Wissenschaftskommunikation: Entwicklung standardisierter Tool-Steckbriefe und Zuarbeiten für Mobilikon, die komplexe technische und organisatorische Informationen verständlich und vergleichbar aufbereiten. Praxisbeispiele aus Interviews und Workshops zeigen zusätzlich, unter welchen Bedingungen einzelne Anwendungen erfolgreich eingesetzt werden können.
  • Wissenstransfer: Aufbereitung der Forschungsergebnisse für Kommunalverwaltungen, Fachverbände und Wissenschaft sowie Durchführung einer digitalen Abschlussveranstaltung. Ein Update-Konzept soll sicherstellen, dass Toolregister und Steckbriefe über das Projektende hinaus fortgeführt und um neue Anwendungen ergänzt werden können.

Projektergebnisse





Projektwebsite


Unser Projektteam

Alexander Rammert
 Projektleitung 
Chiara Stix
 Projektleitung 
Sven Hausigke
 Projektmitarbeit 
Yuri Ferenczy
 Projektmitarbeit 


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